Technische Erläuterungen

Gewebearten - Einsatz/Verarbeitung für Textilen Sonnenschutz

In den Anfängen waren Naturfasern wie Baumwolle, Leinen die gebräuchlichsten Materialien, um Gewebe herzustellen. Diese Gewebe waren sehr anfällig gegen Feuchtigkeit und Verrottung und wurden daher im Zuge der Entwicklung komplett durch Kunstfasern verdrängt. Bei Außen-Sonnenschutzanlagen werden heutzutage Kunstfasern aus Polyacryl, Polyester und auch Glasfasern verwoben und durch zusätzliche Beschichtungen oder Ummantelungen ausgerüstet. Durch diese Veredlung werden besonders gute Eigenschaften erreicht in Bezug auf:
• Farbechtheit,
• Verrottung, Verfärbung,
• Feuchtigkeitsschutz,
• Stabilität bei Windbelastung,
• UV Beständigkeit,
• Witterungsbeständigkeit.

Die Lebenserwartung dieser Gewebe liegt daher im Bereich von über 15 Jahren, abhängig vom Einsatz und der Luftverschmutzung. Da auch in der Gewebekonfektion die Entwicklung durch den Einsatz hochwertiger Verarbeitungsanlagen und neue Erkenntnisse bei der Näh- und Schweißtechnik, weiter gegangen ist, können z.B. auch für Nähte heute längere Garantien gegeben werden. Die bekanntesten Verarbeitungsmethoden für Gewebe sind:
• mechanisch/thermischer Zuschnitt,
• Kantenschweißen mit Ultraschall,
• Nähen mit Steppstich, Kettstich und Zick-Zack-Steppstich,
• Schweißen mit Hochfrequenz oder Heizkeilanlagen,
• Klebetechnik.

Alle diese Anlagen arbeiten automatisch mit Parametern, die auf die Materialien abgestimmt sind. Dies führt zu einer hohen Konstanz im Bezug auf die Qualität der Fertigprodukte. Die Bedeutung der Schwergewebekonfektion spiegelt sich auch darin wider, dass ein Berufsbild entstanden ist. Die „Ausbildung zum Technischen Konfektionär" führt zu einer besseren Qualifizierung der Mitarbeiter und dadurch zu hochwertigeren Produkten.


Acrylgewebe
Spinndüsengefärbte Acrylfasern erreichen höchste Werte bei Färb-, Licht- und Wetterechtheit sowie eine sehr gute Beständigkeit gegenüber UV-Strahlung.
Es wird eine breite Farbpalette angeboten und die Dessinierung ist von Uni über Streifen bis zu freien Mustern erhältlich. Beschriftungen und das Perforieren des Gewebes sind ebenfalls verfahrenstechnisch realisierbar.
Eine Verbesserung der Wasser- und Schmutzabweisung kann durch eine zusätzliche Behandlung mit Fluorcarbonharzen erreicht werden. Wasserdichtigkeit wird mit speziell beschichteten Stoffen erzielt.


 

Gittergewebe

Es gibt mehrere Arten von Gitter-Geweben: Zum einen ein Gewebe aus ummantelten Glasfasern, das thermofixiert wird, zum anderen ein beschichtetes Polyestergewebe, das voll recycelbar ist.
Vorteil dieser Gittergewebe ist die mögliche Durchsichtigkeit bei gleichzeitigem Sonnenschutz. Außerdem gibt es synthetische Gewebe mit und ohne Beschichtung. 

 

Soltis 86


Zertifiziert nach UV-Standard 801.
Arbeitsgemeinschaft Dermatologisch Prävention (ADP) e.V.,
Schweizer Krebsliga, CH - Bern.
Strenger als der Australische/Neuseeländische Standard
(AS/NZ, 4399: 1996)

Die Institute der internationalen Prüfgemeinschaft für angewandten UV-Schutz haben es sich zum Ziel gesetzt, den UV-Schutz eines Gebrauchsproduktes so zu ermitteln, daß er den in der Praxis vorkommenden Belastungen und Beanspruchungen genügt. Damit entspricht diese Zertifizierung der Realität.


Mit dem UV-Standard 801 wurde ein Standard von der internationalen Prüfgemeinschaft für angewandten UV-Schutz geschaffen. Zur Zeit Forschungsinstitut Hohenstein-Deutschland, Österreichisches Textil-Forschungsinstitut, Schweizer Textilprüfinstitut (TESTEX) mit Filialen in Hongkong und Shanghai.

Hautkrebs in 5 Jahren verdreifacht !

Alarmierend sind die Studien der WHO (Weltgesundheitsorganisation), daß Hautkrebs zu einer der häufigsten
Krebserkrankungen überhaupt wird und sogar den Herzinfarkt als Todesrisiko No.1 ablösen soll.
Besonders die frühkindliche, irreparable Schädigung der Haut durch UVB-Belastung verlangt nach intensiven , Vorbeuge- und Schutzmaßnahmen.

Gefährliche Strahlen:
Die erdoberflächennahe UV-Strahlung ist ein nicht sichtbarer Anteil des Sonnenlichts, das in
UVA- (Wellenlänge 320-400 nm) und UVB-Strahlung (Wellenlänge 340-400 nm) unterteilt wird.
Die UV-Strahlung dringt in die Haut ein und kann zu einer Schädigung der Haut (Alterung,
Sonnenbrand, Hautkrebs ect.) führen.


UVA 1 (340-400 nm):
Harmlose, bräunende Wirkung, keine Sonnenbrandgefahr
UVA 2 (320-340 nm):
Noch kritischer Bereich - erzeugt bei empfindlicher Haut Sonnenbrand mit Folgeschäden
wie frühzeitiger Hautalterung etc., keine kanzerogene Wirkung


UVB (280-320 nm):
erzeugt Erytheme (Sonnenbrand) und hat krebserzeugende (kanzerogene) Wirkung.

UV-Protektion Faktor:
Diese Maßzahl gibt den Faktor an, wie lange das zertifizierte Markisentuch die Eigenschutzzeit der
menschlichen Haut vor der direkten Sonnenstrahlung erhöht. Die Eigenschutzzeit der menschlichen Haut (ungefähre unbedenkliche Aufenthaltszeit in der Sonne) richtet sich nach dem Hauttyp.

Die menschliche Haut unterteilt sich in 6 Hauttypen, wobei der Hauttyp 1 die kürzeste und der Hauttyp 6 die längste Eigenschutzzeit besitzt. Der angegebene UV-Protektion Faktor multipliziert den Faktor der Eigenschutzzeit. Die Besonderheit des UV-Standards 801 liegt darin, dass der Faktor alle Gegebenheiten der Praxis berücksichtigt. Der Faktor liegt daher wesentlich niedriger als der Australische/Neuseeländische
Standard, der für die Messung des Textils nur den neuen, trockenen und ungedehnten Zustand berücksichtigt (Laborsituation).

 

Die strengste Prüfung:
Beschattungstextilien
Bei Beschattungstextilien (Sonnenschirmen, Markisen, Sonnensegeln) wird der UV-Protektion Faktor von neuem und von bewittertem Material in gespanntem sowie gespanntem und befeuchtetem Zustand ermittelt.
Hierzu werden von jeder Stichprobe 4 Messproben entnommen.

An zwei Messproben wird der UV-Protektion Faktor in gespanntem und befeuchtetem Neuzustand ermittelt. An zwei weiteren Messproben wird der UV-Protektion Faktor nach einer Bewitterung in gleicher Weise ermittelt.


Mit einem Farbechtheitsprüfgerät gemäß ISO 105-B04 wird diese Bewitterung durchgeführt. 

Zusätzlich werden die Tücher gespannt: die Messproben werden auf einer Spannvorrichtung in beide Richtungen gespannt. Anschließend werden die Messproben auf dem Probenhalter fixiert und der UV-Protektion Faktor bestimmt.


Nach der vollständigen Befeuchtung und dem Abtropfen wird wiederum der UV-Protektion Faktor gemessen.
Nach 2 Minuten schließt sich eine weitere Messung an. Ergibt sich daraus ein niedrigerer Wert, schließt sich im Abstand von jeweils 2 Minuten eine weitere Messung an, solange bis sich kein weiterer
signifikanter Abfall oder Anstieg des Protektion Faktors mehr ergibt.


Die Einstufung und Zertifizierung erfolgt nach dem niedrigsten UV-Protektion Faktor.
Die Zertifizierung erfolgt in den Stufen 2, 5, 10, 15, 20, 30, 40, 60, 80, wobei der erreichte Wert jeweils zur nächst niedrigeren Stufe hin abgewertet wird, d.h. ein tatsächlicher Faktor von 79 weist z.B. eine Zertifizierung von 60 auf.

 

Sonne, Energie, Wärme, Empfindung

Was ist:

SOLARER TRANSMISSIONSGRAD TE
Anteil der Strahlung, der ungehindert durch ein
Bauteil gelangt. Analog gibt es dazu den
LICHTTRANSMISSIONSGRAD Tv. Anteil des
Lichtes, das durch ein transparentes Bauteil gelangt.

 

 

SOLARER REFLEXIONSGRAD RE
Anteil der Sonnenstrahlung, der von einem Bauteil
reflektiert wird. Analog gibt es dazu den
LICHTREFLEXIONSGRAD Rv, der von einem
Bauteil reflektiert wird.

 

 

SOLARER ABSORPTIONSGRAD AE
Anteil der Strahlung, der von einem Bauteil aufgenommen wird
und dies dadurch erwärmt. Analog gibt es den
LICHTABSORPTIONSGRAD Av, der von einem Bauteil
aufgenommen wird.

 

 

g-WERT
Gesamtenergiedurchlass, der durch ein transparentes Bauteil
gelangt. Je geringer der Wert, desto weniger erwärmt sich der
dahinter liegende Raum.

 

 

 

g-tot
Gesamtenergiedurchlass, der durch den Sonnenschutz und
durch das transparente Bauteil in das Rauminnere gelangt.

 


Wichtige Tipps rund um die Pflege von SATTLER Markisengewebe!

Vermeiden Sie Feuchtigkeit.
Rollen Sie Ihre Markise nur in Ausnahmefall nass auf und holen Sie das Trocknen bei nächster Gelegenheit nach.

Fett- und Ölflecken entfernen Sie am besten mit Waschbenzin und einem trockenen, saugfähigen Tuch.

Abperlende Flüssigkeit mit einem trockenen, saugfähigen Tuch abtupfen.

Losen Schmutz regelmäßig abbürsten oder mit Wasser absprühen (zum Beispiel mit dem Gartenschlauch - danach gut trocknen lassen).

Grundreinigung:

Markise mit Schwamm oder weicher Bürste und einer milden Seifenlauge (ca. 2%) reinigen. Anschließend gut mit Wasser abspülen, sodass keine Seifenreste auf der Markise zurück bleiben und gut trocknen lassen.




Sunwind Kläui, Höfen 19, 5420 Ehrendingen, Tel. 056 221 82 81

e-mail:   klaeui@sunwind-klaeui.ch

18.02.2020